Ich bin nicht links.
Ich bin links.
Die Sache ist die - 'links', wie das Wort oft verwendet wird, bin ich nicht. Ich finde, das für mich passendste Adjektiv ist progressiv. Progressiv ist allerdings genau das, was viele vom rechten Spektrum als links bezeichnen würden. Die Partei, die am besten zu mir passen würde, ist die SP. Ich bin allerdings in keiner Partei Mitglied. Die SP scheint mir nach persönlicher Recherche am realitätsnächsten und am wenigsten schwurbelaffin.
Parteimitgliedschaft war für mich schon immer problematisch. Einerseits ist klar, die Partei würde eigene Interessen vertreten, sofern die Parteiinteressen sich mit den eigenen decken. Andererseits ist es dennoch meine Pflicht als Bürger, politisch wach zu sein. Zudem stört mich die implizite Erwartung, der Parteimeinung zu folgen. Was würde eine Parteimitgliedschaft also bringen?
Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber meiner Ansicht nach gibt es zur SP nicht wirklich Alternativen.
| Partei | Meine Einschätzung |
|---|---|
| SVP | Sie lügt meistens wie gedruckt. Ich will das eine Wort nicht verwenden, aber sie ist seeeehr populistisch. Zu sagen sie sei weit rechts ist falsch. Ich werde im Folgenden noch weiter darauf eingehen. Das Ziel der SVP ist Hass und Angst. Angst vor WHO, Wissenschaft, das Grosskapital etc. Hass auf jene, die als Vertreter des 'Bösen' identifiziert werden.Hinzu kommt eine grosse Verachtung der Demokratie. |
| FDP | Ab und zu kriecht sie der SVP so weit hinten hinein, dass sie nicht mehr unterschieden werden kann. Sie gibt sich andererseits liberal. Ich denke trotz meiner Kritik ist FDP ein sicherer Wert in der Politik. Wirtschaft wäre wichtig und Wirtschaftliche Themen könnten dem Volk erklärt werden. Aber mit Neo-Liberal, Xenophobie etc sollte nicht mal andeutungsweise geliebäugelt werden. |
| Die Mitte (ehem. CVP) | Mitte bedeutet hier nicht politische Mitte, sondern die Freiheit, sich nach rechts oder links zu neigen, je nach momentaner Befindlichkeit. Verorten tut sich die Mitte weit rechts. Eventuell sogar noch weiter rechts als die FDP. Früher war Die Mitte die CVP. C stand für christlich. Ein Hohn in einem säkularen Staat. |
| Grünliberale GLP | Ist eigentlich Neoliberal mit grünem Feigenblatt. Dieses Bild ist gar nicht so falsch. GLP scheint fast peinlich berührt, haben sie mal die Möglichkeit ihr grünes Feigenblatt hochzuhalten. |
| Grüne | Ist bei mir immer noch die Schwurblerpartei, die nicht in der Realität angekommen ist. Unwissenschaftlicher Nonsense, Esoterik, Chemtrails ... Nur SVP ist schlimmer. Dabei wären grüne Anliegen das zentrale Problem der Menschheit. Die Grünen demontieren sich selbst beispielsweise durch Ablehnung von berechtigten Anliegen wie "Renovate Switzerland" oder befürworten von Holzheizungen. |
| SP | Ja, vor den Nationalratswahlen beliebe ich die Partei zu suchen, die am wenigsten schwurbelt und am wenigsten falsche Zahlen verwendet. Diese Partei bekommt meine Stimmen. The winner is SP!. |
| Piraten | "Das wäre etwas für mich!" - dachte ich einmal. Eine frische moderne Partei die nicht alten Zöpfen nachhängt. Das war bevor ich mir die Partei näher angesehen habe. Ich habe mich getäuscht. Es ist ein Verein von Verschwörungstheoretikern, stockkonservativ, noch schlimmer als SVP. Kurz, ich habe noch nie etwas dümmeres gesehen - als Partei meine ich. |
Wie gesagt, meine Ansicht. Ich habe bewusst relativ direkt geschrieben. Dies werde ich auch weiterhin so beibehalten.
Ein paar Worte nach Rechts
Kürzlich auf X gelesen:
Haltet ihr denn alle Rechten für Faschisten!?
Die Frage ist klar mit NEIN zu beantworten. Dennoch bleibt die Frage schwierig.
Wie ich Rechts sehe
Ich will klar sein und deutlich abgrenzen. Rechts ist konservativ, traditionelle Werte erhaltend. Das ist durchaus löblich. Es wird dann zum Problem, wenn die Realitäten nicht mehr gesehen werden vor lauter Rechtskonservativ. Ich meine, ich bin auch in einem Jodlerklub und ich identifiziere mich sehr mit meiner Herkunft. Ich denke auch, die Schweiz hätte Werte, die zu bewahren, verteidigen - oder erst zu finden - sich lohnen würde. Ich mag es auch nicht, dauernd meine Werte hinterfragen zu müssen. Ich kann also Rechtskonservativ oder Wertkonservativ durchaus Sympathien abgewinnen.
Wie ich SVP sehe
Etwas ganz Wichtiges an dieser Stelle. Im Folgenden schreibe ich über die Partei. Ich bin mir bewusst, dass auf kommunaler Ebene Vertreter der SVP hervorragende Arbeit leisten. Falls sich jemand bei den folgenden Sätzen angegriffen fühlt, möchte ich zwei Anmerkungen mitgeben:
- Es lohnt sich bestimmt kurz durchzuschnaufen und zu prüfen, welche persönlichen Werte von jenen der SVP als Partei abweichen
- Ich versuche meine Folgerungen zu begründen. Manchmal vielleicht zu pauschal oder schwach, dennoch wird es nicht möglich sein, eine fundierte Entgegnung an einem Abend zu schreiben.
Die einführende Frage ist also klar mit Nein beantwortet. Faschismus wird einfach gemeinhin dem rechten Spektrum zugeordnet. Hauptsächlich, denke ich, wegen der konservativen Komponente.
Was ist also Faschismus, wenn nicht rechts? Die härteste Abgrenzung zu Populismus, die ich kenne ist die folgende: Jede Eigenschaft von Faschismus kann Populismus sein. Auch alle Eigenschaften zusammen können immer noch Populismus sein. Der Unterschied ist "Blut". "Wir verteidigen unser ... mit unserem Blut". Das macht den Populismus zum Faschismus. Ich finde diese Herleitung und Abgrenzung sehr streng. Sie zeigt aber auch, wie nahe Populismus dem Faschismus ist. Xenophobie, Antisemitismus, Verklärung von Staat, Geschichte, Religion - alles Populismus, bis wir es mit unserem Blut verteidigen.
Ist nun rechts faschistisch? Immer noch klar Nein. Faschismus kann nur in Populismus entstehen. Ist die SVP faschistisch? Klar ja, denke ich. Man denke an die Rede der Sarah Regez am Parteitag der SVP vor den letzten Nationalratswahlen. Sie hat nicht exakt diese Worte verwendet. Aber sie hat den Begriff Blut verwendet und in den Kontext gestellt. Diese Rede ist unwidersprochen geblieben. Folglich deckt sie sich mit der Parteimeinung, folglich ist die Partei faschistisch, folglich unterstützt jeder, der die SVP unterstützt auch den Faschismus der SVP.
Xenophobie, Antisemitismus, all die anderen fremden Mächte, die uns bedrohen, WHO, big Pharma etc sind Lügen des Populismus.
Ist SVP rechts? Nein, nicht wirklich. Es gibt auch Linkspopulismus. Ich würde SVP rechts einordnen, aber bin mir bewusst, dass das gegenüber rechts nicht wirklich fair ist. Andererseits, die SVP scheint unter rechts eigenartigerweise sehr willkommen zu sein.
Ein paar Worte nach Links
Traditionell müsste ich links wählen was ich aber nicht uneingeschränkt möchte. Ich verstehe vieles, was links zugeordnet wird nicht. Links scheint oft elitär. Es fällt mir allerdings keine Begebenheit ein, die faktisch falsche linke Politik gewesen wäre.
Wenn ich ehrlich bin, hätte ich in der Vergangenheit vielleicht mehr Fakten prüfen sollen und wäre womöglich noch überzeugter realistisch auf der Linie der SP. Ist halt so.
Wieso ich mich progressiv sehe
Die Erfahrung zeigt: Wissen hilft Lügen zu erkennen. Lügen sind für mich inakzeptabel. Auch nicht für die SVP, wenn sie ein Ziel erreichen will. Wissenschaft ist keine Meinung, Lügen ist schädlich und dumm.
Mit Wissen ist klar, dass die Erde ein Globus ist, der innerhalb von ca. 24 Stunden sich um die eigene Achse dreht. Man weiss, wie Wolken entstehen und wieso Flugzeuge Wolken machen können. Man kennt die Wirksamkeit von Medikamenten dank Wissen. Man erkennt, wenn die SVP unwahrscheinlich hohe Kosten für Windräder angibt - dank Wissen. Man erkennt Verschwörungstheorien.
"Intelligenz macht sexy :)"
Wenn Wissen universell ist, führt das zwangsläufig zu Konflikten. Wer gegen wissenschaftliche Erkenntnisse argumentiert, vertritt keine Meinung, sondern lügt – ob bewusst oder unbewusst.
Wenn wir die Geschichte betrachten, dann haben sich die Menschen weiterentwickelt. Nicht immer reibungslos, aber niemand würde ernsthaft gerne wieder sich in Felle einwickeln und zur Jagd gehen. Fortschritt ist also insgesamt etwas Positives.
Ich verwende gerne Merksätze
- Wissenschaft ist keine Meinung
- Stupidity is not a right
Insgesamt macht mich dies zu einem vorsichtig vorwärtsstrebenden Bürger. Nicht wie die POCH, denen der Geruch von Sozialismus, Marxistisch-Leninismus, Maoismus anhaftet. Wieso sich in Selbstlüge einlullen, wenn die Zukunft doch unaufhaltsam kommt. Die Zukunft lässt sich nicht durch Anbeten der Vergangenheit gestalten. Die Zukunft kann nur gestaltet werden, wenn man die gestaltung der Zukunft an die Hand nimmt.